Veranstaltungen

Fr, 11.09.2026
19.00 Uhr
Großer Saal

Eintritt frei

Vernissage der Ausstellung “Souveräne Wege”

 

Souveräne Wege. Sechs nicht-angepasste Künstler in der DDR

 

 

»Souverän die eigenen künstlerischen Wege gehen« beschreibt die Haltung jener Künstlerinnen und Künstler, die sich in der DDR trotz der staatlichen Beeinflussung des Kunstbetriebs eigenständige Ausdrucksformen bewahrten. Für die ältere Generation nicht-angepasster Künstler in der DDR – darunter Gerhard Altenbourg, Carlfriedrich Claus und Hermann Glöckner – war es fundamental, eigene Konzeptionen aus den historischen Traditionen der klassischen Moderne abzuleiten, um sich von den Inhalten und Zielen des Sozialistischen Realismus abzusetzen. Obwohl diese Künstler von den Aktivitäten des Staatlichen Kunsthandels ausgeschlossen blieben und sogar vom Ministerium für Staatssicherheit überwacht wurden, prägte ihre Beständigkeit im Verfolgen eigener künstlerischer Wege nachhaltig auch Maler, die in den 1960er Jahren an den Akademien der DDR ausgebildet wurden.

 

 

Zwar wurden im Zuge der kulturellen Öffnung der DDR für »Weite und Vielfalt« auch Künstler, deren Werke nicht in Einklang mit der Forderung einer figurativen Darstellung des sozialistischen Menschenbildes standen, in überregionale Ausstellungsprojekte einbezogen, jedoch blieb diese Öffnung begrenzt und unzureichend. In der Folge entstanden autonome Formen der Präsentation und Distribution von Kunst, darunter Orte widerständiger Meinungsäußerung wie die Galerie Oben in Chemnitz und die eng mit dieser Galerie verbundene Künstlergruppe Clara Mosch. Beide Institutionen, zu deren Gründungsmitgliedern auch Michael Morgner gehörte, boten befreundeten Kunstschaffenden wie den Dresdnern Eberhard Göschel und Max Uhlig eine wichtige Plattform, da diese aufgrund der mangelnden staatlichen Förderung ihrer abstrakten Kunst gezwungen waren, außerhalb offizieller Strukturen zu arbeiten.

 

 

Die Ausstellung “Souveräne Wege. Sechs nicht-angepasste Künstler in der DDR” präsentiert Werke von Gerhard Altenbourg, Carlfriedrich Claus, Hermann Glöckner, Eberhard Göschel, Michael Morgner und Max Uhlig. Zusammengehalten wird die Vielfalt zwischen figurativen Tendenzen, konzeptuellen Ansätzen, konstruktivistischen Strukturen und abstrakten Bildsprachen durch die Behauptung künstlerischer Souveränität gegenüber den Anfeindungen und Restriktionen eines repressiven politischen Systems.

 

March 2017
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