Veranstaltungen

Sa., 08.09.2018
18.00 Uhr

Eintritt frei

Doppelausstellung „Text/strukt/uren & Malik“

(1)

Verwobene Codierungen, texturierte Buchstaben, gestickte Poesie ‒ kurz, eine Ausstellung mit textilen Werken mit Bezug zu Wort und Schrift. Auch kulturell wird vernetzt: ein Teil der ausstellenden Künstler_Innen kommt aus Halle und Leipzig, der andere aus Łódź in Polen. Die dort entstandenen Gewebe wurden an der Akademie der Schönen Künste (ASP Łódź) gefertigt, geprägt von der komplexen Geschichte der ehemals großen Textilstadt.

 

Arbeiten zeigen Anna Brzezińska (PL), Tomasz Frasoński (PL), Dominika Krogulska (PL), Hanna Müller-Kaempfer (DE), Aleksandra Milewska (PL), Natalia Nesterowicz (PL), Lisa Palm (DE), Katrin Parotat (DE), Andrea Garcia Vasquez (DE/USA) und Luise Wonneberger (DE).

 

(2)

Ein mehrmaliger Kriegsdeserteur, dazu ein Bruder und ein Freund, die sich, um dem deutschen Kriegsfeindbild eins auszuwischen, neue, ganz undeutsche Namen gaben – gemeinsam begannen sie 1914 mit dem Versuch, ihren Mitmenschen den politischen und weltanschaulichen Unsinn auszutreiben, ein Versuch, der zu einem der erfolgreichsten linken Verlagen der Weimarer Republik werden sollte. Halb aus Not, überhaupt veröffentlichen zu dürfen, hatten Wieland Herzfelde, John Heartfield und George Grosz 1914 in Berlin den Malik-Verlag gegründet. Erst Sammelbecken kriegskritischer Stimmen, das mit Zeitungen wie „Die Pleite“, „Jedermann sein eigener Fußball“ oder „Der Gegner“ in Erscheinung trat, entwickelte sich mit Malik nach und nach ein Verlag, der sich deutlich und offensiv gegen das Goethe-Kaiser-Bismarck-Ebert-Deutschtum wendete. Durch gezielten politischen Witz, durch die Förderung kritischer, neuer Autoren, durch ein eigenes Finanzierungskonzept, vor dem Rowohlt und Tucholsky den Hut zogen, vor allem aber durch die Gestaltung und ihr Programm stach Malik schnell aus der Vielzahl neu entstandener weltanschaulicher Verlage der turbulenten Zwischenkriegszeit hervor. Neben Gorki und Tolstoi gab Malik den US-amerikanischen Sozialkritiker Upton Sinclair und den Russen Ilja Ehrenburg heraus, veröffentlichte Willi Bredel und F.C. Weiskopf, Brecht und Piscator, verlegte den halleschen Lehrer Walter Bauer mit seinem „Stimmen aus dem Leunawerk“ und schließlich Ernst Ottwalts autobiografischen Roman „Ruhe und Ordnung“ über die Kämpfe nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Halles Straßen. Sein Ende fand der Malik Verlag mit dem Beginn des Faschismus, Wirkungen zeigt er im Buch- und Verlagswesen aber bis heute.

 

Die kleine Ausstellung will einen bildreichen, mit viel Originalmaterial versehenen Einblick in die Entwicklung des Malik-Verlags geben. Man kann die Inhalte und Gestaltungen der ersten Zeitungen studieren, herausragende Beispiele der Einbandgestaltungen bestaunen, der Verlagsidee und -arbeit an den verschiedenen Buchreihen nachsteigen und schließlich sich von den Verbindungen zu Halle, die die Wege zum Literaturhaus fast kreuzen, überraschen lassen.

 

Die Ausstellung ist zu sehen vom 8.9. bis zum 20.10.2018

Öffnungszeiten: geöffnet 1h vor jeder Veranstaltung im Literaturhaus und auf telefonische Anfrage.

 

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG:

Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudenten

March 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
zum Programm

Aktuelles

28.08.2018

Liebe Freunde des Literaturhauses Halle, das LHH hat die Veranstaltungspause des [...]

23.05.2018

Das Literaturhaus Halle startet durch   An einem dunklen Novembertag des [...]

24.04.2018

Simone Buchholz Straßenmusik 2 Nachts in einer fremden Stadt ist es [...]

Newsletter?
> zum Formular