Veranstaltungen

Fr, 29.04.2022
18.00 Uhr
Großer Saal

Eintritt frei

Ausstellung „Aubergine mit Scheibenwischer – Zeichnungen von Oskar Pastior“

Für seine außergewöhnlichen poetischen Formen und hintergründigen Wort- und Sprachschöpfungen ist der Lyriker und Übersetzer Oskar Pastior (1927–2006) vor allem den Freunden experimenteller Poesie bekannt. Während Pastiors Dichtkunst höchste Wertschätzung erfuhr, zuletzt 2006 posthum mit dem Georg-Büchner-Preis, sind seine seit den 1970er Jahren entstandenen Zeichnungen eher unbekannt geblieben – gleichwohl bilden sie einen nicht abtrennbaren Teil seines Werks, wenn auch in einer „Nebenrolle“. Die Ausstellung rückt erstmals seine „Zeichengebilde“ ins Blickfeld und stellt sie seinen „Wortgebilden“ zur Seite, begleitet von Film- und Tonaufnahmen (zur Einstimmung: www.dichterlesen.net/personen/detail/oskar-pastior/).

 

 

Oskar Pastior zeichnete schubweise, parallel zu seinen Textprojekten aber auch in den Phasen dazwischen. Sein umfangreiches graphisches Werk – über 650 Zeichnungen – wirkt bisweilen wie eine Entdeckungsreise mit unbekanntem Ziel: Die fragilen, mitunter paradox-spielerischen Zeichnungen verführen zum Tagträumen in imaginierten Eigenwelten – Sinn kommt und geht durch die Hintertür.

 

 

Oskar Pastior wurde im rumänischen Hermannstadt/Sibiu als Angehöriger der deutschen Minderheit geboren. Sein Deportationsschicksal in der Sowjetunion – er wurde als 17jähriger 1945 zu vier Jahren Zwangsarbeit in den Donbass verschleppt – ist in Herta Müllers Roman „Atemschaukel“ (2009) verarbeitet. Pastiors erster Gedichtband erschien 1964 in Bukarest. 1968 floh er in den Westen und lebte seit 1969 als freier Schriftsteller in Berlin.

 

 

Dr.-Ing. Heidede Becker (gest. 2021…), Kuratorin der zuerst 2019 fürs poesiefestival berlin realisierten Ausstellung, hatte mit Pastior von 1973 bis 1985 in einer fünfköpfigen Wohngemeinschaft in Berlin gelebt und war ihm bis zu seinem Tod freundschaftlich verbunden geblieben. 2018 erschien ihr Buch „Aubergine mit Scheibenwischer – die Zeichnungen von Oskar Pastior“ (Wunderhorn Verlag), in dem Pastiors Zeichnungen dokumentiert und kommentiert werden. Lutz Dittrich war einige Jahre lang Projektleiter am Berliner Literaturhaus und arbeitet nunmehr u.a. als freier Kurator.

 

 

 

 

 

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Haus für Poesie, Berlin und mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Literaturarchivs Marbach und der Oskar Pastior Stiftung.

 

 

 

Bild (c) Oskar Pastior Stiftung / Deutsches Literaturarchiv Marbach

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