Veranstaltungen

Do, 28.05.2026
19.00 Uhr
Großer Saal

12.00 €
9.00 € ermäßigt

Gespräch und Lesung Wolfgang Ullrich „Memokratie. Soziale Medien und autoritäre Bildpolitik“

 

Regierungsbehörden verbreiten KI-Bilder von migrantenfressenden Alligatoren, Trolle fluten das Netz mit zynischen Memes, Trump als Immobilienmogul in »Gaza-Riviera«: Steuern wir auf eine Memokratie zu, in der autoritäre Politik über Internethumor bagatellisiert und zugleich durchgesetzt wird?

 

Memes in den Sozialen Medien sind meist provokant, lustig durch Grenzverletzung, so improvisiert wie prägnant, überspitzt und oft vorurteilsbeladen. Schon im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 wurde deutlich, dass rechte Politik mit Memes nicht nur schrill verpackt wird. Spätestens seit der zweiten Amtszeit des »Shitposter-in-Chief« Donald Trump ist klar: Aggressiver Internethumor, Deep Fakes und KI-Bilder auf offiziellen Accounts werden als effektives Machtinstrument genutzt. Memes dienen der Feindbildproduktion, als Stimmungsbarometer für Themen und Narrative sowie als pseudo-harmloses Mittel zur Polarisierung demokratischer Diskurse. Wolfgang Ullrich diagnostiziert eine neue illiberale Regierungsform: die Memokratie. In ihr herrscht, wer die Plattformen dominiert – oder gleich besitzt. Anhand zahlreicher Beispiele untersucht er Strategien autoritärer Bildpolitik in den USA, aber auch bei europäischen Identitären oder in China. Und Ullrich analysiert, warum es demokratischen Kräften so schwerfällt, diesem enthemmten Bildgebrauch etwas entgegenzusetzen.

 

 

 

Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, studierte dort ab 1986 Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. 1994 promovierte er mit einer Dissertation über das Spätwerk und Ereignis-Denken Martin Heideggers. Neben Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen war er von 1997–2003 als Assistent am Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in München, 2003/04 war er Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seine Professur für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, die er seit 2006 innehatte, legte er 2015 nieder. Seither lebt er als freier Autor in Leipzig. Zahlreiche Publikationen, insbesondere zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, über moderne Bildwelten sowie Wohlstandsphänomene. Er ist Mitherausgeber der Reihe DIGITALE BILDKULTUREN.

 

 

Moderation: Franziska Heller und Simone Jung

 

 

Die Veranstaltung wird vom Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ausgerichtet und ist Teil des Workshops „Partizipation in der Kritik? Zur Inszenierung von Affekten in digitalen Öffentlichkeiten“, organisiert von Franziska Heller (Professur Audiovisuelle Medien und digitale Kulturen) und Simone Jung (Soziologin und Medienwissenschaftlerin, Fellow am Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“).

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild (c) Neven Allgeier

March 2017
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