Veranstaltungen

Do, 25.02.2021
19.00 Uhr

Eintritt frei

AUFZEICHNUNG Jörg Schieke im Gespräch mit Christoph Hein

Christoph Hein gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler.

 

 

„Volk wird so einer nie. Er geht nicht auf in der Welt, er bleibt einzeln, bei sich selbst. Mönchszelle und Elfenbeinturm, erklärte Hein, seien des Dichters natürliche Residenzen. Zum Glück verlässt er sie bisweilen. In politicis äußert sich Hein mit sarkastischer Vernunft, gern ohne Illusionen, selten hoffnungslos. Er sagt, was fehlt, und redet keiner Macht zum Mund. Den Protestantismus begleitete ja seit Luther eine problematische Nähe zur Staatsgewalt, bis hin zu den hitlerhörigen Deutschen Christen: EIN VOLK, EIN FÜHRER, EIN GLAUBE. Ich glaube, dass Christen, gleich welcher Konfession, immun sein müssten gegen Nationalismus und die xenophoben Hetzparolen der völkischen Homogenität. Kein Christ muss man sein, um zu wissen, dass alle Kulturen Mischkulturen sind, dass Geschichte nur multilateral und ambivalent existiert. Affirmativ gemalt und gerahmt, wird sie zur Herrschaftsideologie. Reif sind Nationen, die es wagen, alle Seiten ihres Geschichtsbuchs aufzuschlagen, die guten und die der eigenen Schuld.“

(Christoph Dieckmann in seiner Laudatio auf Christoph Hein anlässlich der Verleihung des Samuel-Bogumil-Linde-Preises im Juli 2019)

 

 

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut.
Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.

 

Moderation: Jörg Schieke

 

Eine Veranstaltung der Landesvertretung Sachsen-Anhalts beim Bund in Berlin in Kooperation mit dem LHH.

 

 

Foto: (c) Heike Steinweg

 

 

Sehen Sie hier die Aufzeichnung des Gesprächs ab 25.02.2021.

 

 

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