Veranstaltungen

Mo, 28.09.2026
19.00 Uhr
Grüner Salon

10.00 €
8.00 € ermäßigt

 

“Dieser Film hat das Land überlebt.” (Hans Helmut Prinzler, Süddeutsche Zeitung 2010) 

 

 

„Is‘ ohne Frühstück. Is‘ auch ohne Diskussion.“ – Die Ost-Berliner Sängerin Ingrid Sommer (gespielt von Renate Krößner), genannt Sunny, entscheidet selbstständig und frei, was in ihrem Leben passiert. Zu Kompromissen ist sie nicht bereit. Mit einer Band tingelt sie quer durch die DDR. Der große Erfolg bleibt ihr verwehrt. Sunny sehnt sich nach Glück und Anerkennung. Weder bei Taxifahrer Harry (Dieter Montag) noch beim Philosophen Ralph (Alexander Lang) findet sie den Mann fürs Leben. Als sie sich gegen sexuelle Übergriffe eines Bandkollegen (Klaus Brasch) wehrt, fliegt sie aus der Gruppe und wird durch eine jüngere Sängerin ersetzt. Sunny gerät in eine tiefe Lebenskrise…

 

 

“Solo Sunny” zählt zu den großen Berlin-Filmen der DEFA. Aus heutiger Sicht hat der Film „diesen fast aufgegebenen Ort des alten Ost-Berlins, wo die Uhren anders gingen, aufbewahrt“, resümierte Filmkritiker Knut Elstermann. Dass der Film dies geschafft hat, ist insbesondere ein Verdienst des gebürtigen Berliners Wolfgang Kohlhaase, dessen Stoffe über Jahrzehnte immer wieder in Berlin spielen. Konrad Wolf verwies in einem zeitgenössischen Interview auf die unterschiedliche Bindung der beiden Filmemacher zur Stadt, in der er anders lebte als Kohlhaase: „Meine Beziehung zu Berlin hat sich tatsächlich ganz anderes als bei Wolfgang entwickelt. Ich hatte kein besonderes und kein persönliches Verhältnis zu dieser Stadt, als ich nach Berlin kam. Das Grundverhältnis war eher negativ: aus der Ferne war Berlin das Sinnbild deutschen Chauvinismus und des Nazismus, und die Ruinen 1945 waren das schreckliche Gesicht einer Stadt, von der Schreckliches ausgegangen war.“ Zusammen schufen die beiden Filmemacher ein von Klischees befreites Berlin: „Ich glaube, hier ist ein reales, weil objektives und immer individuelles Bild einer Stadt erzählt.“

 

 

Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären auf der BERLINALE 1980

 

 

Bild (c) DEFA Stiftung

March 2017
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