Mo, 15.06.2026
19.00 Uhr
12.00 €
9.00 € ermäßigt
Mit seinem berühmten Vers „Denn alle Lust will Ewigkeit“ bringt Nietzsche auf den Punkt, was uns alle umtreibt. Was sollten wir mehr wollen als Lust? Allerdings warnt nicht nur das Christentum vor zu viel Lust; auch Freud zeigt, dass Lüste selten konfliktfrei bleiben. Unser Begehren kennt keine Grenzen, zugleich aber sehnen wir uns nach Verlässlichkeit. Auf manche Lust folgt schnell ein Kater oder Schuldgefühle. Lust und Leiden liegen nah beieinander – das eine ist im andern schon angelegt.
Asketen, Mönche und Eremiten wissen vermutlich sehr genau, was Begierden sind – und wollen ihnen deshalb mit allen Mitteln aus dem Weg gehen. In seiner späten Schrift „Jenseits des Lustprinzips“ erwägt Freud, ob das Streben nach Erregung letztlich auf eine Art Selbstauflösung hinzielt – und ein Übermaß an Lust sich in den Drang nach Erlösung verkehrt.
Die Dichtungen von Charles Baudelaire, Joris-Karl Huysmans, Arthur Schnitzler und Georges Bataille kreisen unentwegt um Lüste, Exzesse, Schuldgefühle und Erlösungsvisionen. Und die sprachlose Sprache der Musik lebt ohnehin von der ständigen Spannung zwischen Erregung und Ruhe.
Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen an der Donau geboren, wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012), dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2021). Zuletzt erschienen bei Hanser »Die Auferstehung« (Roman, 2015), »Und jeden Morgen das Meer« (Roman, 2018) sowie »Hölderlins Geister« (2019).
Bild (c) Andreas Hassiepen
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