Veranstaltungen

Sa, 27.09.2025
19.00 Uhr
Großer Saal

Eintritt frei

Interlese – Das Finale

 

 

Zum Abschluss des internationalen Lesefestivals lesen: Astrid Sy (Niederlande), Iwa Pesuaschwili (Georgien), Yasmin Shakarami (Deutschland), Ron Segal (Israel)

 

 

Iwa Pesuaschwili (Georgien)

geboren 1990, ist Schriftsteller, Filmschaffender und Autor mehrerer TV-Dokumentarfilme sowie Serien. Ab 2012 wurden seine Geschichten in georgischen Zeitschriften veröffentlicht, bevor nur zwei Jahre später sein erster Erzählband „Ich habe es versucht“ erschien. Sein Roman-Debüt „Das Evangelium des Herunterkommens“ wurde für alle wichtigen georgischen Literaturpreise nominiert. Dies ermöglichte ihm 2018 ein Stipendium für das internationale Literaturprogramm der University of Iowa, USA.

Mit dem seit 2024 auf Deutsch vorliegenden Roman „Müllschlucker. Verloren in Tiflis“ gewann Iwa Pesuaschwili den Europäischen Literaturpreis „EUPL“ 2022 sowie weitere Literaturpreise, darunter den Tsinandali-Preis für die beste Prosa und 2021 den Sonderpreis der Jury des SABA-Preises. Dieses Buch wird er beim Finale der InterLese 2025 vorstellen.

 

 

„Müllschlucker. Verloren in Tiflis“

Der Roman schildert einen Tag im Leben der armenischen Familie Simonyan. Sie sind in den 90er Jahren vor dem Krieg in Karabach nach Tiflis geflohen, in eine Stadt voller Korruption, Gewalt und schmutziger Politik. Parallel zum Erwachen der Dämonen ihrer Vergangenheit, kämpfen die Familienmitglieder im Hier und Jetzt gegen Konflikte, Dramen und Herausforderungen.

Pesuaschwilis Roman ist eine Familiensaga gerafft auf einen Tag. Aus den stündlich wechselnden Perspektiven und Gedankenflüssen der Protagonisten entsteht ein dynamischer Reigen der postsowjetischen Realität. Der sowjetische Müllschlucker mit seinem „beißend stinkenden Drachenschlund“ wird zum Symbol der so langsam verwesenden kommunistischen Mentalität.

 

 

 

Ron Segal (Israel)
geboren 1980 in Rehovot, ist Absolvent der Sam Spiegel Film and Television School in Jerusalem. 2009 kam er mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt. Im Jahr 2014 erschien sein Debütroman „Jeder Tag wie heute“ im Wallstein Verlag. Dieses Buch wird derzeit als Animationsfilm bearbeitet.

 

Sein zweiter Roman „Katzenmusik“ erschien 2022 im Secession Verlag. Die Arbeit daran wurde mit zahlreichen Stipendien in Deutschland und Österreich gefördert. Zudem erhielt er hierfür in Israel den Yosef Campus Award. Diesen Roman stellt er beim Finale der InterLese 2025 vor.

 

 

„Katzenmusik“

Kurz nach dem Ende des Sechstagekrieges 1967 fährt ein junger israelischer Mopedkurier in Jerusalem eine Katze an. Nach anfänglichem Zögern bringt er das verletzte Tier zum Arzt und wird so ungewollt zum Retter und Spielball eines scheinbar herrenlosen Tieres. Während sein Chef ihm immer heiklere Kurierfahrten aufträgt, bemerkt der junge Mann erst nach und nach sensibilisiert durch seinen pelzigen Begleiter, dass der Siegestaumel von einem neuen Kampf abgelöst wird – einem Überlebenskampf zwischen Mensch und Tier.

 

 

 

Yasmin Shakarami (Deutschland)
wurde 1991 als Tochter einer Ungarin und eines Iraners in München geboren. Direkt nach dem Abitur lebte sie in Tokio und wurde im März 2011 Augenzeugin des großen Tohoku-Erdbebens. Dieses einschneidende Erlebnis zeigte ihr, was passiert, wenn in einer hochorganisierten Millionenstadt ganz plötzlich heilloses Chaos herrscht. In der Folge studierte sie in München Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik. Nach ihrem Master-Abschluss gründete sie eine Schule für deutsche Sprache, Literatur und Philosophie in Vancouver, Kanada. Heute lebt sie wieder in ihrer Heimatstadt, wo sie 2021 das Literaturstipendium der Stadt München erhielt.

Beim Finale der InterLese 2025 liest Yasmin Shakarami aus ihrem zweiten Roman „Sturmflirren“.

 

„Sturmflirren“

Reas Welt ist aus den Fugen als sie erfährt, dass ihr Diplomatenvater nach Doha, Katar, versetzt wird. Wie soll sie sich in einer so fremden Welt zurechtfinden, in der völlig andere Regeln und Wertvorstellungen gelten? Doch obwohl sie sich fest vorgenommen hat, Doha zu hassen, ist sie seltsam angetan von der hochmodernen, luxuriösen Wüstenstadt. Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten freundet sich Rea mit der rebellischen Farah an, die gemeinsam mit anderen Frauen in der Wüste gewagte Autostunts einübt. Doch nach einer illegalen Wüstenparty verändert sich Reas Leben für immer.

 

 

 

Astrid Sy (Niederlande)
geboren 1987, wuchs sie in Leiden in den Niederlanden auf. Sie studierte Geschichte in Amsterdam und arbeitete zunächst für die Internationale Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, später für die Anne-Frank-Stiftung. Heute moderiert sie die Geschichtssendung „Andere Zeiten“ im niederländischen Fernsehen und arbeitet für das neue Nationale Holocaust Museum in Amsterdam.

 

Beim Finale der InterLese 2025 liest Astrid Sy aus ihrem Jugendbuch „Nenn keine Namen“. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten und kam im letzten Jahr auf die Shortlist des Literaturpreises „Buxtehuder Bulle“.

 

 

„Nenn keine Namen“

Amsterdam 1942. Heimlich schmuggeln Rosie, Kaat und die anderen jüdische Kinder aus der Kinderkrippe, um sie vor der drohenden Deportation zu bewahren. Sie bringen sie zu Untertauchadressen im ganzen Land. Ihren wirklichen Namen dürfen die Kinder von nun an nicht mehr sagen. „Nenn keine Namen. Vergiss, wer du bist!“, schärfen die jungen Leute ihnen ein. Die Arbeit im Widerstand ist anstrengend und gefährlich, doch es gibt kein Zurück. Eine Geschichte von Mut, Angst und Hoffnung, von Verzweiflung, Liebe, Freundschaft und Verrat, die auf wahren Begebenheiten beruht.

 

 

 

Moderation: Katja Hofmann

Musikalische Begleitung: Masha & Ron

 

 

Bild (c) Ineke Oostveen, Beka Pezuashveli, Matthias Bothor, Michelle Franka

 

 

 

Eine Veranstaltung des Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt

 

 

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