Mo, 23.03.2026
19.00 Uhr
Grüner Salon
10.00 €
8.00 € ermäßigt
Deutschland in den letzten Kriegstagen 1945: Täglich ruft der „Sender Werwolf“ das deutsche Volk zum Untergrundkampf gegen Alliierte und Kollaborateure auf. In den zerbombten Städten hängen auf öffentlichen Plätzen Tote an Laternenpfählen, mit Schildern um den Hals: „Feigling“ oder „Verräter“. Unterzeichnet: „Werwolf“. Goebbels‘ Propaganda erzeugt diffuse Angst, indem sie sich eines uralten Mythos bedient – des Mythos von der nächtlichen Bestie, der die dunklen Triebe anspricht, die Lust am Töten. Dieses literarische Motiv hat bereits Hermann Löns vor dem Ersten Weltkrieg in seinem vielgelesenen „Wehrwolf“-Roman mit dem Freiheitskampf deutscher Bauern verbunden. Schon hier diente der Mythos der Rechtfertigung maßloser Brutalität. Der Einsatz tausender Guerillakämpfer 1945 bleibt militärisch zwar bedeutungslos, die Propaganda jedoch hat Folgen. Das Gerücht einer Alpenfestung der „Werwölfe“ beeinflusst den Kriegsverlauf: Während die West-Alliierten nach Süden schwenken, erreicht die Rote Armee Berlin. Nach Kriegsende reagieren die Alliierten auf Werwolf-Aktionen mit harten Strafen. Besonders unerbittlich geht der sowjetische Geheimdienst gegen vermeintliche „Werwölfe“ vor, die jahrelang ohne Überprüfung ihrer Schuld in Speziallagern eingesperrt werden. Das Feature folgt den Spuren eines politisierten Mythos. Anhand von Zeitzeugen, Archivmaterial und Originaltondokumenten rekonstruieren die Autoren die Geschichte des „Werwolfs“ und zeigen die Nachwirkungen bis in die Gegenwart auf.
Moderation: Tobias Barth
Bild (c) Radio NRK
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